Mölkky (finnisch: [ˈmølkːy]) ist ein finnisches Wurfspiel aus Holz, das in seinem Charakter an Bowling, Kubb und Pétanque erinnert. Entwickelt wurde es 1996 von der Firma Lahden Paikka — früher bekannt als Tuoterengas. Wegen seines ungewöhnlichen Namens wird Mölkky häufig falsch geschrieben, etwa als molky, mollky, molkki oder molki. Das Wort mölkky wurde von seinen Erfindern frei erfunden und hat keine eigentliche Bedeutung — wahrscheinlich wurde es vom finnischen Wort pölkky inspiriert, was so viel wie Holzblock bedeutet. Mölkky ist ein Spiel, das ebenso viel Geschick und Präzision wie strategisches Denken verlangt!
Lahden Paikka produziert Mölkky bereits seit den 1990er-Jahren — und zwar besonders umweltfreundlich: Das Unternehmen verwendet überschüssiges Holz aus anderen Projekten und verzichtet vollständig auf Chemikalien. Zudem stammt das Holz ausschließlich aus 100 % nachhaltigen finnischen Wäldern. 2015 wurde Mölkky sogar mit dem Titel „Grünes Spielzeug des Jahres“ ausgezeichnet!
Mölkky basiert auf einem jahrhundertealten Spiel namens Kyykkä — auch bekannt als finnisches oder karelisches Kegeln. Ursprünglich wurde es in Karelien gespielt, einer Region, die sich über Teile Russlands und Finnlands erstreckt. Im 20. Jahrhundert wanderte eine große Zahl von Karelierinnen und Kareliern nach Finnland aus, um dem Bürgerkrieg zu entkommen — und brachten Kyykkä glücklicherweise gleich mit!
Die Regeln von Kyykkä variieren von Region zu Region, doch im Kern bleibt es immer gleich: Die Spieler werfen eine Karttus (ein Schläger, der einem Baseballschläger ähnelt) auf die Kyykkäs (kleine zylindrische Kegel), um sie aus dem eigenen Spielfeld zu stoßen. Gewinner ist das Team, das dafür die wenigsten Würfe braucht. Traditionell dürfen die Gewinner den Verlierern anschließend huckepack aufsitzen!
Mölkky ist quasi die „leichte“ Variante von Kyykkä: Du musst keinen riesigen, schweren Karttus-Schläger schwingen, weshalb Mölkky für wirklich jeden geeignet ist — selbst für ausgesprochene Bewegungsmuffel.
Heute werden Mölkky-Turniere auf der ganzen Welt ausgetragen. Jedes Jahr findet außerdem eine Mölkky-Weltmeisterschaft statt, an der rund 200 Mannschaften mit jeweils 4 bis 6 Spielern teilnehmen. Mölkky-Verbände gibt es längst nicht mehr nur in Finnland, sondern auch in zahlreichen anderen Ländern — von der Slowakei über die Türkei bis nach Japan! Seit 2006 ist das Spiel vor allem in Frankreich zu einem echten Erfolg geworden: Dort wird heute mehr Mölkky verkauft und gespielt als in Finnland selbst.
Im August 2016 wurde die International Mölkky Organisation (I.M.O.) gegründet. Sie fungiert als Schnittstelle zwischen Ländern, Verbänden, Organisatoren, Spielern und offiziellen Turnieren — mit dem Ziel, Verbänden, Teams und Spielern ein sicheres, faires und angenehmes Wettkampferlebnis zu bieten.
Während einige Unternehmen ihre eigene Markenversion des Spiels vertreiben (wie Finska oder Klop), gehört die Marke Mölkky selbst der finnischen Spielefirma Tactic Games.
Die weltweite Mölkky-Begeisterung ist also alles andere als Zufall: Leidenschaftliche Spielerinnen und Spieler setzen sich mit viel Herzblut dafür ein, das Spiel überall bekannt zu machen. Wer sich besonders verdient macht, kann sogar zum „Mölkky-Adel“ aufsteigen — so hat die ehemalige Finnische Internationale Mölkky Organisation (FIMO) den Beitrag besonders engagierter Persönlichkeiten gewürdigt. Wäre es nicht schön, Lord oder Lady von Mölkky zu werden?
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Mölkky ist eine geschützte Marke, und das offizielle Set steht für erstklassige Verarbeitung, hohe Langlebigkeit und präzise Ausführung. Es ist genau das Set, das weltweit bei Turnieren und Meisterschaften zum Einsatz kommt — geschätzt gleichermaßen von Gelegenheitsspielern und leidenschaftlichen Fans.
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Die Spieler versuchen, mit einem Wurfholz (dem Mölkky) Spielhölzer umzuwerfen, die mit den Zahlen von 1 bis 12 gekennzeichnet sind. Das Umwerfen eines einzelnen Holzes ergibt die Punktzahl, die auf diesem Holz steht. Werden zwei oder mehr Hölzer gleichzeitig umgeworfen, entspricht die Punktzahl der Anzahl der umgeworfenen Hölzer. Nach jedem Wurf werden die Spielhölzer exakt an der Stelle wieder aufgestellt, an der sie gelandet sind.
Wer als Erster genau 50 Punkte erreicht, gewinnt das Spiel. Überschreitet ein Spieler die 50 Punkte, wird sein Punktestand auf 25 zurückgesetzt. Ein Spieler, der dreimal in Folge alle Spielhölzer verfehlt, scheidet aus dem Spiel aus.
Die Weltmeisterschaft, die Nations Trophy, die French Open, die Einzel-Masters — Jahr für Jahr finden weltweit zahlreiche Mölkky-Turniere statt. Ob ambitionierter Verbandsspieler oder entspannter Gelegenheitsspieler: Für jeden Anspruch ist ein passendes Turnier dabei, also trau dich und melde dich für ein Turnier in deiner Nähe an.
Von 1996 bis 2015 wurde die Weltmeisterschaft jedes Jahr in Lahti, Finnland, ausgetragen. Durch die weltweit wachsende Popularität von Mölkky ist Finnland als Gastgeber heute jedoch nicht mehr garantiert: 2016 fand die Weltmeisterschaft erstmals außerhalb Finnlands statt, nämlich in Le Rheu (bei Rennes), Frankreich.
2014 fand in Tallinn, Estland, die erste Hallen-Europameisterschaft statt. Und ganz wie beim Davis Cup im Tennis gibt es auch bei Mölkky eine Nations Trophy. Unabhängig von der weltweiten Beliebtheit des Spiels bleibt Finnland in diesem Bereich weiterhin die führende Nation.
In Frankreich ist Mölkky enorm beliebt, weshalb dort auch der Großteil der Turniere stattfindet. Offen für alle und mit mehr als 500 teilnehmenden Teams ist das Open de France das bislang größte jährliche Turnier des Landes. Seit 2013 wird zudem eine französische Inter-Club-Meisterschaft ausgetragen, bei der offizielle Mölkky-Verbände auf Einladung um Ehre und Ruhm kämpfen.
Auch außerhalb Frankreichs gewinnt Mölkky zunehmend an Popularität — mit Turnieren wie den Austrian Open, der Deutschen Meisterschaft, den Japan Open, der Spanish National Championship, den Mexican Open und vielen weiteren.
Bevor es losgeht, lohnt es sich vielleicht, ein paar typische Mölkky-Ausdrücke zu lernen …